{"id":6760,"date":"2022-12-01T16:29:38","date_gmt":"2022-12-01T14:29:38","guid":{"rendered":"https:\/\/eoc.vision\/i-settori-altoatesini-che-brillano-e-quelli-che-preoccupano\/"},"modified":"2024-11-18T10:32:05","modified_gmt":"2024-11-18T08:32:05","slug":"suedtirols-strahle-und-sorgenbranchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eoc.vision\/de\/suedtirols-strahle-und-sorgenbranchen\/","title":{"rendered":"S\u00fcdtirols Strahle- und Sorgenbranchen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie steht es um die k\u00f6rperlich und psychisch belastenden Arbeitsbedingungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen? Diese AFI-Studie nimmt die S\u00fcdtiroler Branchen in den Blick &#8211; aber nicht nur. Alle S\u00fcdtiroler Ergebnisse werden mit den Ergebnissen derselben Branche im Bundesland Tirol und im Trentino vergleichen: Also \u00c4pfel mit \u00c4pfeln und Birnen mit Birnen. \u201eGrunds\u00e4tzlich \u00fcberwiegen in den meisten Branchen die Gemeinsamkeiten mit unseren im Norden und S\u00fcden angrenzenden Regionen. Im Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und der \u00f6ffentlichen Verwaltung sind die k\u00f6rperlichen und psychischen Arbeitsbelastungen sogar weniger stark ausgepr\u00e4gt als in den entsprechenden Branchen unserer Nachbarn\u201c, betont AFI-Pr\u00e4sident Andreas Dorigoni. Aber es gibt auch zwei Sorgenbranchen und ein Stirnrunzeln: &nbsp;bei Unterricht und Erziehung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Hotellerie und Gastronomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten stammen aus der 2021 vom AFI | Arbeitsf\u00f6rderungsinstitut mit den Partnerinstituten f\u00fcr die Europaregion Tirol-S\u00fcdtirol-Trentino durchgef\u00fchrten Europ\u00e4ischen Erhebung zu den Arbeitsbedingungen (EWCS), einer umfassenden Befragung mit 4.500 Interviews (1.500 pro Landesteil der Europaregion). Wie Projektkoordinator und Arbeitspsychologe Tobias H\u00f6lbling unterstreicht, \u201eerm\u00f6glicht die Selbsteinsch\u00e4tzung der Befragten in Bezug auf ihre Arbeitssituation interregionale Vergleiche auf sicherer methodischer Grundlage. Und wenn der Nachbar in punkto Arbeitsbedingungen bessere Ergebnisse erzielt, dann k\u00f6nnen wir uns vielleicht etwas abschauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drei Strahlebranchen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das <strong>Verarbeitende Gewerbe<\/strong> steht sowohl bei k\u00f6rperlich als auch bei psychisch belastenden Arbeitsbedingungen in S\u00fcdtirol besser da als der Europaregionsdurchschnitt: Keine einzige der 14 Messgr\u00f6\u00dfen wie L\u00e4rm, schmerzhafte K\u00f6rperhaltungen oder hohe Arbeitsgeschwindigkeit ist schlechter ausgepr\u00e4gt als in den beiden anderen Landesteilen, neun sogar besser als der Durchschnitt, darunter weniger hohes Arbeitstempo und weniger Arbeiten unter Termindruck. Ebenso im <strong>Handel<\/strong>: Nur eine Messgr\u00f6\u00dfe von 14 ist schlechter (st\u00e4ndig sich wiederholende Arm- und Handbewegungen), f\u00fcnf sind besser ausgepr\u00e4gt (bspw. weniger emotional aufw\u00fchlende Situationen bei der Arbeit). Last but not least die <strong>\u00f6ffentliche Verwaltung<\/strong>, die auch die Ordnungskr\u00e4fte und Besch\u00e4ftigte der Sozialversicherung einschlie\u00dft: Im Europaregionsvergleich gibt es hierzulande weniger h\u00e4ufig emotional aufw\u00fchlende Situationen bei der Arbeit und weniger h\u00e4ufig die Erwartung, dass die Arbeitssituation sich verschlechtern wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwei Sorgenbranchen, ein Stirnrunzeln<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Branche <strong>Erziehung und Unterricht<\/strong> gilt: Ob starker L\u00e4rm, Umgang mit potenziell ansteckenden Stoffen, Arbeit auch in der Freizeit, hohes Arbeitstempo, emotional aufw\u00fchlende Situationen oder die Erwartung, dass sich die Arbeitssituation verschlechtert \u2013 zwei k\u00f6rperlich und drei psychisch belastende Messgr\u00f6\u00dfen schlagen in S\u00fcdtirol deutlich h\u00f6her aus als in den Kinderg\u00e4rten, Schulen und Hochschulen im Bundesland Tirol und im Trentino.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn es im <strong>Gesundheits- und Sozialwesen<\/strong> insgesamt in allen drei Landesteilen statistisch gesehen gleich anstrengend ist zu arbeiten, ist diese Branche in S\u00fcdtirol im regionalen Vergleich in den einzelnen Arbeitsbedingungsbereichen h\u00f6chstens Durchschnitt (neunmal) und oft auch deutlich mehr belastet (f\u00fcnfmal). Wer in dieser Branche in S\u00fcdtirol besch\u00e4ftigt ist, klagt zum Beispiel \u00fcber hohes Arbeitstempo, macht sich auch in seiner Freizeit deutlich h\u00e4ufiger Sorgen um die Arbeit und hat deutlich \u00f6fter Angst vor Arbeitsplatzverlust, um nur die drei dr\u00e4ngendsten psychischen Belastungen zu nennen. \u201eDie Unsicherheit mancher Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen, ob sie ihren Arbeitsplatz auch noch in sechs Monaten haben werden, ist m\u00f6glicherweise auf die Coronalage bei der Befragung im Sommer 2021 zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c, pr\u00e4zisiert H\u00f6lbling.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hotellerie und Gastronomie<\/strong> sind in der gesamten Europaregion f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten herausfordernd, wobei das Bundesland Tirol hier negativ heraussticht. S\u00fcdtirol positioniert sich in der Mitte, allerdings sind hierzulande drei Messgr\u00f6\u00dfen (Sich Sorgen machen um die Arbeit auch in der Freizeit, Arbeitsplatzunsicherheit und Umgang mit potenziell ansteckenden Stoffen) st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als in den anderen Landesteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ergebnisse als Chance f\u00fcr bessere Arbeitsgestaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>Bessere Ergebnisse anderswo m\u00fcssen Ursachen haben, die man sich doch vielleicht abschauen und auf die S\u00fcdtiroler Verh\u00e4ltnisse zuschneiden kann. \u201eDas m\u00fcssen gar nicht unbedingt wieder neue Gesetze und Verordnungen sein, es geht hier mehr um gute Beispiele aus der Praxis: Was macht mein Nachbar anders und besser? Arbeitsgestaltung ist das Zauberwort\u201c, betont Arbeitspsychologe H\u00f6lbling.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitspsychologie verf\u00fcgt daf\u00fcr \u00fcber ein breites Repertoire an fest gegr\u00fcndeten, wissenschaftlich anerkannten Verfahren und Methoden \u2013 der Qualit\u00e4ts- und Gesundheitszirkel ist einer davon. Bei jeder Arbeitsgestaltung bezieht man am besten die wahren Experten mit ein, jene, die ihre Arbeit aus dem Effeff kennen, die wissen, was am Arbeitsplatz gut l\u00e4uft und was schlecht: die Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"334\" src=\"https:\/\/eoc.vision\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/arbeit-in-Suedtirol.jpg\" alt=\"|\" class=\"wp-image-6762\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/eoc.vision\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/arbeit-in-Suedtirol.jpg 644w, https:\/\/eoc.vision\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/arbeit-in-Suedtirol-300x156.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Der AFI-Zoom \u201eEWCS Europaregion 2021: Branchenbericht k\u00f6rperlich und psychisch belastende Arbeitsbedingungen in S\u00fcdtirol\u201c steht im Internet unter <a><\/a><a href=\"https:\/\/www.afi-ipl.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.afi-ipl.org<\/a> zum Download bereit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>N\u00e4here Informationen erteilt Arbeitspsychologe und AFI-Forscher Tobias H\u00f6lbling (T. +39 0471 41 88 31, <\/em><a href=\"mailto:tobias.hoelbling@afi-ipl.org\"><em>tobias.hoelbling@afi-ipl.org<\/em><\/a><em>).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie steht es um die k\u00f6rperlich und psychisch belastenden Arbeitsbedingungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen? Diese AFI-Studie nimmt die S\u00fcdtiroler Branchen in den Blick &#8211; aber nicht nur. Alle S\u00fcdtiroler Ergebnisse werden mit den Ergebnissen derselben Branche im Bundesland Tirol und im Trentino&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":6791,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[154],"tags":[],"class_list":{"0":"post-6760","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hr-humanressourcen"},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6760"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6760\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eoc.vision\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}